Das Johanneum
Das Johanneum, ein Zusammenschluss von Gymnasium und Realschule, verdankt seinen Namen dem regierenden König Johann von Sachsen, der Persönlich bei der Grundsteinlegung 1869 anwesend war. [...]
Das Johanneum wurde [...] mit Bedacht an der Nordflanke des neuen Stadtringes eingeplant, auch wenn hier nur ein schmaler Streifen Land zur Verfügung stand. Zu dieser Entscheidung hatten einerseits die hervorragenden Lichtverhältnisse beigetragen, weil die gesamte vordere Fassadenlänge beider Schulen mit dem Großteil der Klassenzimmer, Licht auch Norden bekam. Andererseits erwartete man, dass sich an dieser Stelle, nahe dem Bahnhof, die Stadt am stärksten entwickeln würde.
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Die zwei Eingänge beziehen sich auf die beiden Schultypen: die Realschule mit damals 184 Schülern im Osten, und das Gymnasium mit 295 Schülern im Westen (Turmseite).
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Schließlich gibt es noch ein auffallendes Merkmal, welches die erstrangige Bedeutung des Johanneums unterstreicht: der 56 m hohe Turm an der Seite der Bautzner Straße. [...]
Die interessante Entwurfsidee war, just neben der Abrissstelle des Bautzner Torturmes, einen Turm zu erbauen. Material wurde aus dem Abriss des Bautzner Tores gewonnen. Die Glocke war, des vertrauten Klanges wegen, keine neuartige aus Gussstahl, sondern entstand aus einem Umguss der alten Glocke des Bautzner Tores. Eine Planung für einen zweiten Turm mit Sternwarte für Lehrzwecke an der Ostseite des Johanneums wurde nie ausgeführt.
Mit dem Johanneum erhielt Zittau einen Bau, der im zeitgemäßen Gewand würdig eine große Tradition in Pädagogik, Theater und Musik für die Zukunft fortsetzte.
(aus “Der Zittauer Ring Kunstwerk Stadt” - Dr. Volker Dudek, Prof. Dr. Jos Tomlow - Verlag Gunter Oettel)

