Das Wandbild
Auf dem Wandbild ist Paulus mitten auf dem Gerichtsplatz dargestellt. Er sprach: “Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allen Stücken gar sehr die Götter fürchtet. Ich bin herdurch gegangen und habe gesehen eure Gottesdienste und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch denselben, dem ihr unwissend Gottesdienst gut.”
Das Hauptgemälde stellt eine Verbindung zwischen der Kultur der alten und neuen Welt dar und beruht auf der Apostelgeischte 17, 22-23. In Athen, der Stadt der Wissenschaft, der Weisheit, der Baumeister, Maler, Bildhauer, Sänger und Dichter, konfrontiert ein Fremder die Griechen mit einer neuen Lehre. Flankiert wird das Bild von vier allegorischen Figuren und unterhalb befinden sich 3 Grisaille-Bilder, die die Entwicklung der Zivilisation darstellen. Interessant ist, dass das Hauptgemälde Wachsfarbe auf Leinwand ist und die flankierenden Gemäde auf Leinwand.
“Paulus predigt in Athen” gilt als das bedeutendste Zeugnis der Historienmalerei der Dresdner Schule des 19. Jahrhunderts. Anton Dietrich war konsequent um ein Ganzheitsstreben “bestehend aus dem Zusammenwirken von Raumform, Wandgliederung und Malerei” bemüht.
Das Hauptbild ist von einem griechisch-klassischen Bogen umgeben. Interessant sind auch die Perspektive und die Raumgestaltung. Die Komposition ist so, dass der Finger von Paulus die Mitte darstellt. Dieses monumentale Wandbild ist wohl das großartigste erhaltene Zeugnis der sogenannten Historienmalerei des 19. Jahrhunderts. Anton Dietrich war der begabteste Historienmaler in Dresden, Schüler von Julius Schnorr v. Carolsfeld und von Eduard Bendemann.
Entstanden ist dieses Bild in den Jahren 1872 bis 1877.

